Update Brasilien: Dorf der Indigenen Pataxó Hã-hã-hãe evakuiert

26. 1. 2019: Update zu Brasilien: Wieder Giftschlammkatastrophe durch Bergwerksdammbruch

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Das Dorf Naô Xohã des indigenen Volkes Pataxó Hã-hã-hãe mit 25 Familien musste gestern – in Folge des Bruchs des Rückhaltedamms einer vom Bergbaukonzern Vale betriebenen Eisenerzmine – evakuiert werden, wie unsere Partnerorganisation Conselho Indigenista Missionário – Cimi berichtet.

Die Schlammlawine näherte sich gestern dem Dorf am Paraopeba-Fluß, das Gefahr läuft, von der Schlammmassen begraben zu werden. Die 25 Familien fürchten um ihre Häuser und ihre Lebensgrundlage.

Die Tragödie wiederholt sich

Viele erinnern sich an das Desaster von Mariana im November 2015, ebenfalls Bundesstaat Minas Gerais, als ein Rückhaltedamm einer Eisenerzmine des Bergbaukonzerns Samarco brach und eine giftige Schlammlawine zahlreiche Menschenleben forderte und ganze Dörfer unter sich begrub.

Zur Petition: Rechte für Menschen, Regeln für Konzerne – Stopp ISDS!

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Update Brasilien: Dorf der Indigenen Pataxó Hã-hã-hãe evakuiert

Damiana: Ich werde wiederkommen

„Niemand kann dieses Unrecht akzeptieren. Ich werde auf diesem Land bleiben, hier liegt unser Friedhof, hier in Apikay. Ich werde mich verteidigen. Auch wir haben Rechte, nicht nur die Weißen, wir Indigenen Guaraní-Kaiowá haben auch Rechte.  Viele Menschen sind  hier bereits ums Leben gekommen. Sie wurden getötet. Aber hier ist unser Zuhause. Ich werde wiederkommen.“

Damiana, weggejagt aus ihrem Zuhause, am Straßenrand mit ihrem Hab und Gut. Ihrer Heimat beraubt blickt sie auf die Bagger die ihre Hütten einfach wegräumen – und hat  ihre Hoffnung nicht aufgegeben.

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Fotos und Video von Raquel Carvalho Guarani Kaiowá

Apikay wird geräumt

 

 

 

Damiana: Ich werde wiederkommen

Apikay wird geräumt

6.7.2016 – Matto Grosso do Sul; Die letzte Woche war es ruhig. Damiana hat Hoffnung geschöpft, dass die Intervention der Bischofskonferenz, die vielen Proteste im Land, aber auch die vielen Solidaritätsbezeugungen aus Europa die Polizei davon abhalten wird ihr Haus zu zerstören und sie von ihrem Grund zu vertreiben. Aber heute im Morgengrauen war es soweit. Damiana muss gehen. Im Moment scheint es, als hätte sie den Kampf verloren. Unsere Projektpartnerin Rosa Colman ist bei ihr und steht Damiana und ihren Angehörigen in dieser schweren Stunde bei.

Guarani-Kaiowa – der Kampf eskaliert!

Solidarität mit Damiana wächst

Solidaritäts-Mahnwache in Apykaí

Damiana: Das Zittern geht weiter

Wir wissen wo wir hingehören“

Apikay wird geräumt

Guarani-Kaiowa – der Kampf eskaliert!

Während die Situation in Apykai ruhig ist – nicht zuletzt durch die große Aufmerksamkeits- und Solidaritätswelle, die Damiana entgegen gebracht wird, zeigt das CIMI-Video die dramatische Situation rund um die Ermordung von Claudione Rodrigues Souza in Caraapo. Stefan Kramer, Leiter Dialog- und Verbindungsstelle unserer Partnerorganisation Misereor in Brasiliav beschreibt die dramatischen Ereignisse. Zum Misereor-Blog

Nach den dramatischen Eskalationen der letzten Tage in Mato Grosso do Sul drängt jetzt auch die brasilianische Bischofskonferenz vehement auf die Einhaltung der Rechte der indigenen Völker.

Amnesty International Brasilien fordert auf einen Brief an den Justizminister, den Gouverneur von Mato Grosso do Sul zu schicken. Amnesty fordert den Stopp der Räumung von Apykai; falls das nicht möglich ist, eine adäquate Alternative, wo die Familien in Würde leben können, und den positiven Abschluss des Demarkierungsprozesses der indigenen Siedlungen.

Die Dreikönigsaktion unterstützt die Forderungen von Amnesty International Brasilien.

Amnesty International Unterstützungsaktion für Apykai – bitte mitmachen und Protestmails abschicken.

Damiana: Das Zittern geht weiter

Wir wissen wo wir hingehören“

 

Guarani-Kaiowa – der Kampf eskaliert!

Solidarität mit Damiana wächst

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Dom Henrique Aparecido (ganz leger mit Jeans und blauer Jacke) beim Solidaritätsbesuch in Apykaí.

Der Räumungstermin von Damianas Siedlung „Apykaí“ ist verstrichen, ohne dass etwas geschehen wäre. Das ist ein gutes Zeichen. Vielleicht auch deswegen, weil die Solidaritätsbekundungen für Damiana immer mehr werden. Gestern hat Dom Henrique Aparecido Lima, der Bischof von Dourados, die Retomada von Damiana besucht und seinen Beistand bekundet.

 

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DKA-Austria solidarisch mit indigenen Völkern.

Heute Nacht wurde auch das Solidaritätstransparent der Dreikönigsaktion fertig. Es wird in der Siedlung von Damiana aufgehängt und soll ein Zeichen der Solidarität aus Österreich sein. Mit unseren Wünschen und Gebeten schicken wir Mut und Energie von Vorarlberg bis Wien nach Apykaí.

Solidaritäts-Mahnwache in Apykaí

Damiana: Das Zittern geht weiter

Wir wissen wo wir hingehören“

Solidarität mit Damiana wächst

Solidaritäts-Mahnwache in Apykaí

Zur  „öffentlichen Schulstunde über die Geschichte der Guarani“ auf der Bundesstraße sind rund 50 Personen erschienen. Und die sind dann auch über Nacht geblieben und haben auf Damiana und ihre Familie aufgepasst.

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Rund 50 Leute haben auf dem Land von Damiana übernachtet und auf die bedrohten Familien aufgepasst.

 

 

 

 

Ein toter und viele verletzte Indigene in der Region Dourados

Unterdessen eskaliert laut CIMI Info die Situation zwischen Fazendeiros und Indigenen. Gestern, am 14.6. wurde der 26-jährige Indigene Claudione Rodrigues Souza ermordet, sechs weitere Indigene mussten mit Schussverletzungen ins Spital eingeliefert werden, darunter ein 12-jähriges Kind mit Bauchschuss. Der Angriff der Fazendeiros ist eine Reaktion auf eine „Retomada“, einer neuen Landbesetzung. Die Gebiete, die den Guarani-Kaiowá zur Verfügung stehen sind viel zu klein um darauf und davon leben zu können. Darum versuchen sie immer wieder durch „Retomadas“ ihre traditionellen Gebiete zurück zu bekommen.

Damiana: Das Zittern geht weiter

Wir wissen wo wir hingehören“

 

 

Solidaritäts-Mahnwache in Apykaí

Damiana: Das Zittern geht weiter

 

„Lasst Apykaí leben!“ steht auf dem Banner, mit dem die Besucher/innen Damiana und ihrer Guarani-Kaiowa-Gruppe Mut zusprechen. Sie haben vor, auch über Nacht zu bleiben, um die indigene Gemeinschaft zu unterstützen und um den Ernstfall einer gewaltsamen Räumung zu verhindern. Viele sind es nicht, die in Mato Grosso do Sul den Mut haben, ihre Solidarität mit den Indigenen zu zeigen, denn Ablehnung und Rassismus gegen die Guarani sind in der Region allgegenwärtig. Hier ist hauptsächlich Platz für die Monokulturen des Agrobuisness‘.

Unterstützung erhielt Apykaí gestern auch von über 80 Organisationen, sozialen Bewegungen, indigenen Vereinigungen und der katholischen Kirche. Sie alle unterzeichneten einen Solidaritätsbrief.

Heute um 10 Uhr brasilianischer Zeit (16.00 in Wien) gibt es eine öffentliche Vorlesung, eine Art Protest-Schulstunde zur Geschichte der Apykai an einem ungewöhnlichen Ort: die Bundesstraße vor der Siedlung von Damiana, jener Straße, an der ihre Angehörigen den Tod fanden.

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