Wer arm ist, ist auch faul?

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Die – schon ein paar Jahre alte – Umfrage ist mir wieder in die Hände gefallen: Wer arm ist, sei meistens auch faul und damit selber schuld, denkt fast die Hälfte der Jugendlichen in unserem Lande. Nur jeder fünfte glaubt, dass Armut auf Ungerechtigkeit in der Gesellschaft zurückzuführen ist. Viele Jugendliche sind demnach stark auf sich selber und den eigenen Erfolg konzentriert. Die Ergebnisse einer Studie der Jugendkulturforschung sind nicht besonders beruhigend. Aber wundert uns das wirklich?

„Leistung muss sich wieder auszahlen.“ Ohne über den tieferen Inhalt und die Wirkungen einer solchen Botschaft nachzudenken wurde dieser Slogan über viele Jahre hinweg von unzähligen Politikerinnen und Politikern als leere Floskel daher geplappert. Mit zweifelhaftem Erfolg: Das so oft geforderte Leistungsdenken dürfte bei vielen Jugendlichen stärker angekommen sein als beabsichtigt.

Rund um den Dreikönigstag ziehen Kinder und Jugendliche mit einer ganz anderen Botschaft von Haus zu Haus: Unsere Sternsingerinnen und Sternsinger singen und werben für anscheinend überholte Werte wie Solidarität und Nächstenliebe.

Beim Sternsingen machen sie die Erfahrung, dass es im Leben einen Wert darstellt, sich für etwas einzusetzen, wofür sie nicht materiell belohnt werden. In unserer leistungsorientierten Welt stellt dies für junge Menschen eine oft bereits „exotische“ Erfahrung dar. Aber wie viele exotischen Erfahrungen dienen gerade diese dazu ein Leben zu bereichern.

#stern17 – christian.herret@dka.at

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Wer arm ist, ist auch faul?

Ich will die Welt nicht retten

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Wenn man bei einem Hilfswerk arbeitet, das Projekte in Entwicklungsländern unterstützt kennt man diese Frage zur Genüge: Bringt das überhaupt was? Angesichts von Hunger, Klimawandel, Wirtschaftskrisen und immer wiederkehrenden Naturkatastrophen hören wir immer wieder: Eure Unterstützung ist doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Ändern tut sich sowieso nichts.

Meine Antwort darauf lautet: Ich will die Welt nicht retten! Ich bin weder so überheblich noch so wahnsinnig, dass ich mir das zutraue. Da sind schon ganz Andere gescheitert.

Aber wenn man es genau nimmt habe ich eigentlich etwas viel Größeres vor. Und ich bin damit in guter Gesellschaft. Jeder Mensch, der mit Unterstützung von Initiativen wie der Sternsingeraktion, der Caritas, Nachbar in Not, das Rote Kreuz oder wie immer sie alle heißen, sein Leben zum besseren wendet, hat seiner persönlichen kleinen Welt schon ein viel freundlicheres Gesicht verliehen. Und wenn wir diese Tropfen auf die heißen Steine wie Armut, Ausbeutung, Hunger und Naturkatastrophen zusammenzählen, dann kommt schon ein ordentlicher Regen dabei raus.

Ich weiß schon, das wird zwar nicht DIE Welt retten, aber Millionen von kleinen Welten! Und darauf kommt es doch eigentlich an.

#stern17 – christian.herret@dka.at

 

Ich will die Welt nicht retten

do they know it’s Christmas time?

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Do they know it’s christmas time? Mit diesem Lied haben Mitte der 1980er vierzig internationale Popstars einen der größten Weihnachtshits  aller Zeiten geschaffen.

Da geht es um arme Menschen in Afrika, die nichts zu essen haben und deren „Welt voller Angst und Schrecken ist“. Do they know it’s christmas time? Wissen die überhaupt, dass Weihnachten ist? Wir, die wir hier im Überfluss leben sollen ihnen das doch bitte erklären.

Jedes Jahr denke ich mir, dass da bezüglich Weihnachten da ein gröberes Missverständnis vorliegt. Zu Weihnachten feiern wir, dass Gott Mensch geworden ist. Aber er ist nicht zu den Reichen und Mächtigen gekommen, sondern inmitten der Armen und Ausgestoßenen – als einer von ihnen. Die ersten, denen seine Geburt verkündet wird und die zu ihm kommen sind die Hirten – die Outlaws, die kein zu Hause haben, die auf der untersten Stufe der Gesellschaft stehen.

Das hat mich an diesem Jesus immer besonders fasziniert: das er sich klar positioniert wessen Heiland er ist. Die Reichen und Mächtigen machen ihm erst zwei Wochen später ihre Aufwartung: Die Sterndeuter aus dem Osten, die später zu den Heiligen Drei Königen werden. Und wie alle Reichen und Mächtigen müssen sie einen weiten Weg auf sich nehmen um zum Gotteskind zu finden.

#stern17 – christian.herret@dka.at

 

do they know it’s Christmas time?

Robertson Winery – Erste Erfolge des Streiks

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Foto: Mail & Guardian; Streiks auf der Robertson Winery

Die Arbeitsbedingungen der Arbeiter/innen des südafrikanischen Unternehmens Robertson Winery waren verheerend. Daher befanden sich etwa 200 Arbeiter/innen von Robertson in den letzten Wochen im Streik, um halbwegs angemessen Arbeitsbedingungen und Gewerkschaftsrechte zu erhalten. Einige unserer südafrikanischen Partnerorganisationen unterstützen die Arbeiter/innen dabei, zu ihren Rechten zu kommen. Nun haben sich Robertson Winery und die Arbeiter/innen in einigen wichtigen Punkten geeinigt. Für die Arbeiter/innen, die nun wieder an ihre Arbeitsplätze zurück gekehrt sind, ein beachtlicher Erfolg. Unser Projektpartner Brian Ashly half bei den Verhandlungen zwischen den Parteien. Er meinte in einem Interview für Mail&Guardian: “The industry is based on cheap labour. One of the biggest issues of this company and in the Winelands is racism and a very strong apartheid mindset,” Ashley said.

Ein guter Artikel über die ersten Erfolge des Streiks: Robertson Winery workers vow to fight on after landmark settlement 

Robertson Winery – Erste Erfolge des Streiks

Robertson Winery – Urgent Action

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Foto: CSAAWU

 

Der Wein aus den Kellereien des südafrikanischen Unternehmens Robertson Winery wird als „spritzig“, „elegant“ und „delikat“ beworben. Für die Arbeitsbedingungen im Unternehmen gilt das leider ganz und gar nicht. Etwa 200 Arbeiter/innen von Robertson Winery befinden sich derzeit im Streik, um halbwegs angemessen Arbeitsbedingungen und Gewerkschaftsrechte zu erhalten. Einige unserer südafrikanischen Partnerorganisationen unterstützen die Arbeiter/innen dabei, zu ihren Rechten zu kommen. Hilf auch mit und schicke eine Nachricht an Robertson Winery, um nicht nur dem Wein, sondern auch den Arbeitsbedingungen im Unternehmen einen Hauch von „Spritzigkeit“ und „Eleganz“ zu verleihen!

Nachricht an Robertson Winery schicken

 

Robertson Winery – Urgent Action

Zeit für Schöpfungszeit!

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September, in unseren Breiten Sommerausklang: Christinnen und Christen verschiedener Konfessionen feiern zusammen „Schöpfungszeit“! Sie beginnt am 1. September mit dem „Weltgebetstag zur Bewahrung der Schöpfung“, zu dem Papst Franziskus persönlich einlädt. Verschiedene Aktionen, Gebete und Fürbitten sollen dann die Zeit bis zum 4. Oktober, dem Fest des Heiligen Franz von Assisi, prägen. In diesen Wochen könnten wir uns Gedanken von Papst Franziskus aus der Enzyklika Laudato Si‘ (LS) zu eigen machen und …

… den Wert der Dinge und Mitgeschöpfe dankbar entdecken, deren letzter Zweck nicht wir Menschen sind (LS 83), auch wenn wir sie als „Liebkosung Gottes“ erfahren können (LS 84).

… den eigenen Lebensstil überprüfen und uns zu einer „ökologischen Umkehr“ (LS 216-222) entschließen.

Die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar und ihre Partnerorganisationen sehen die Bewahrung der Schöpfung als wichtiges Handlungsfeld für Christinnen und Christen. Wir schätzen besonders die Verbindung von Klimaschutz, Umweltverantwortung und Option für die von Armut betroffenen Menschen, die uns Papst Franziskus in seiner Enzyklika aufzeigt: „Alles ist miteinander verbunden. Darum ist eine Sorge für die Umwelt gefordert, die mit einer echten Liebe zu den Menschen und einem ständigen Engagement angesichts der Probleme der Gesellschaft verbunden ist“ (LS 91). Nicht selten sind es die Verlassenen und Vergessenen dieser Erde, die am meisten unter der Zerstörung des „gemeinsamen Hauses“ leiden, welche in großem Ausmaß von den wohlhabenden Ländern verursacht ist.

Zusammen mit unseren Partnerinnen und Partnern sagen wir in diesem Sinn: Es ist wirklich höchste Zeit für Schöpfungszeit!

Sr. Dr. Anneliese Herzig MSsR, Referentin im Themenfeld Pastoral


Weiterführende Links zum Thema: 

Referat von Magdalena Holztrattner, Fachtagung Weltkirche 2016 in Lambach: 

http://www.fachtagung-weltkirche.at/fileadmin/dokumente/2016/Die_Erde_sind_wir_Impuls_22.7._Holztrattner.pdf

Stimmen von Partner/innen zu Laudato Si‘: http://www.dka.at/klima/

Gebet für unsere Erde

aus der Enzyklika Laudato Si‘

„Zeit für Schöpfungszeit!“ weiterlesen

Zeit für Schöpfungszeit!

Damiana: Ich werde wiederkommen

„Niemand kann dieses Unrecht akzeptieren. Ich werde auf diesem Land bleiben, hier liegt unser Friedhof, hier in Apikay. Ich werde mich verteidigen. Auch wir haben Rechte, nicht nur die Weißen, wir Indigenen Guaraní-Kaiowá haben auch Rechte.  Viele Menschen sind  hier bereits ums Leben gekommen. Sie wurden getötet. Aber hier ist unser Zuhause. Ich werde wiederkommen.“

Damiana, weggejagt aus ihrem Zuhause, am Straßenrand mit ihrem Hab und Gut. Ihrer Heimat beraubt blickt sie auf die Bagger die ihre Hütten einfach wegräumen – und hat  ihre Hoffnung nicht aufgegeben.

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Fotos und Video von Raquel Carvalho Guarani Kaiowá

Apikay wird geräumt

 

 

 

Damiana: Ich werde wiederkommen