Solidarität mit Damiana wächst

a0870ec3-9d3e-45bf-9c54-182894bbc388
Dom Henrique Aparecido (ganz leger mit Jeans und blauer Jacke) beim Solidaritätsbesuch in Apykaí.

Der Räumungstermin von Damianas Siedlung „Apykaí“ ist verstrichen, ohne dass etwas geschehen wäre. Das ist ein gutes Zeichen. Vielleicht auch deswegen, weil die Solidaritätsbekundungen für Damiana immer mehr werden. Gestern hat Dom Henrique Aparecido Lima, der Bischof von Dourados, die Retomada von Damiana besucht und seinen Beistand bekundet.

 

ce5396dc-b9f3-4957-ba1a-4c0849a4c1aa
DKA-Austria solidarisch mit indigenen Völkern.

Heute Nacht wurde auch das Solidaritätstransparent der Dreikönigsaktion fertig. Es wird in der Siedlung von Damiana aufgehängt und soll ein Zeichen der Solidarität aus Österreich sein. Mit unseren Wünschen und Gebeten schicken wir Mut und Energie von Vorarlberg bis Wien nach Apykaí.

Solidaritäts-Mahnwache in Apykaí

Damiana: Das Zittern geht weiter

Wir wissen wo wir hingehören“

Solidarität mit Damiana wächst

Spaß mit Handelsabkommen?

sabl_logging.jpg

„It is fun!“, meint Effrey Dademo mit einem Zwinkern über ihre Arbeit. Die Rechtsanwälting leitet Act Now!, die wahrscheinlich wichtigste Kampagnenorganisationen für Menschenrechte in Papua Neuguinea. Nach unserem Stopp in Bougainville treffen wir Effrey in Goroka im Hochland. Was sie gemeinsam mit ihren vier Kolleginnen bewegt, lässt einen nicht unbeeindruckt. Die Geschichten die sie erzählt gleichen Krimis (© Kollege Philipp Bück).

Zum Beispiel „land grabbing“ in PNG. Fast die gesamte Landfläche ist in Besitz der Bevölkerung, verwaltet über traditionelle Clanstrukturen. Bisher funktionierte dieses System für das Land gut. Bisher… Vor einigen Jahren wurden von der Regierung sogenannte „Special Agricultural and Business Leases“ (SABL) begeben um großflächige Nahrungsmittelproduktion und anderweitige Ausbeutung zu ermöglichen. Dies betrifft ca. 10 % des gesamten Landes!
Es handelt sich vor allem um küstennahe Waldgebiete. Einige werden gerade von ausländischen Unternehmen abgeholzt. Jenen denen das Land gehört(e) sind dazu kaum informiert oder konsultiert worden.

Act Now! wurde – nach viel Lobbying – gebeten den Referenzrahmen für die parlamentarische Untersuchungskommission zu diesem Thema zu verfassen. Mit engagierter Informations- und Kampagnenarbeit (Multiplikatoren/innen-Schulungen, E-Mail-Verteiler mit 40.000 Abonnenten/innen, …) konnte Act Now! den Premierminister dazu bewegen, öffentlich die SABLs in Frage zu stellen. Die weitere Vergabe von Leases konnte gestoppt werden.
Das geschah in den letzten drei Jahren.

Die SABLs dürften Teile von vertraulichen Handelsabkommen unter dem Motto „aid for trade“ mit regionalen Mächten sein (es gilt die Unschuldsvermutung). Nicht nur deshalb dürfte die Administration am Rad drehen und möchte nun die SABLs in registrierten Landbesitz umwandeln. Damit würde der traditionelle Landbesitz aufhören zu existieren, die Unternehmen wären rechtmäßige Eigentümerinnen.
Act Now! kämpft weiter dagegen an und versucht nun die großen Medienhäuser zu einer gesellschaftlichen Debatte darüber zu bewegen (nächstes Jahr stehen Wahlen an) – mit einer guten Mischung aus Optimismus, Freude und Realismus.

Auch wenn die Gegenspieler übermächtig und die Vorhaben damit äußerst schwierig erscheinen, erfüllt es einen mit Stolz mit Effrey an einem Strang ziehen zu können. Es gibt kaum andere Organisationen im Land die auf so einem Niveau so effektiv sind. Dieses Engagement setzt auf einer ganz anderen Ebene wie jener der ehrenamtlichen Früherzieherinnen in Bougainville Zeichen für eine gerechtere Welt!

 

Jakob Wieser

jakob.wieser[at]dka.at

Foto: (c) Act Now!

Wenig bringt viel: Frühkinderziehung in Bougainville

Spaß mit Handelsabkommen?

Wenig bringt viel: Frühkinderziehung in Bougainville

IMG_9740a

Wie wenig Geld für Entwicklung manchmal benötigt wird, zeigt sich in der Diözese Bougainville am Beispiel der wachsenden Bewegung zur Frühkinderziehung: Mit Hilfe der Sternsingergelder wurden vor zwei Jahren drei einwöchige Trainings abgehalten. Es gab weit über 100 Teilnehmer/innen – vor allem Frauen. Nun, so berichten die Verantwortlichen für Bildung im Diözesanbüro, sind in der ganzen Diözese 400 „Early Childhood Centers“ zu finden. Man hatte offenbar einen Nerv getroffen.

Die Diözese Bougainville liegt im Osten von Papua Neuguinea. Ich begleite unseren Länderreferenten, Philipp Bück, dieser Tage hier im Pazifikstaat um jene Initiativen und Organisationen kennenzulernen, die wir durch die Gelder aus den Sternsingerkassen unterstützen. Die Provinz Bougainville besteht aus zwei großen und einigen kleineren Inseln. Hier leben ca. 250.000 Menschen.
Das Bildungssystem im ganzen Land hat mit schlechter Lehrermotivation, schwache Kontrollinstanzen – auch aufgrund der geographischen Herausforderungen – und regelmäßigen Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen zu kämpfen. Kindergärten oder ähnliches gab es bisher nicht. Die Regierung arbeitet an einer Richtlinie.

Wir besuchen den Ort Malasang ein paar Kilometer außerhalb der Hauptstadt Buka. Hortence Kirowa, die Gründerin und Leiterin des dortigen Early Childhood Center, führt uns herum. Stolz berichtet Frau Kirowa über die Erfolge des Kindergartens seit Eröffnung im August 2014: Mittlerweile gibt es drei Klassen für 3- bis 5jährige mit je einer ehrenamtlich tätigen Lehrerin, 30 Schüler/innen besuchen den Unterricht regelmäßig – dieser wird aufbauend auf dem diözesanen Curriculum gestaltet.

Die Kinder können einfache Sätze in Englisch lesen, sodass sich manche Eltern fragen, ob die erste Stufe der Grundschule („elementary“, ab 6 Jahren) überhaupt besucht werden muss oder ob die Kinder nicht gleich in die nächste Stufe einsteigen sollten („primary“, ab ca. 10 Jahren).
Die Eltern beteiligen sich am Schulmanagement über ein Leitungsgremium und schätzen es, dass die Kinder einen Ort haben an dem sie am Vormittag gerne hingehen. Der Jahresbeitrag beläuft sich auf ca. 2 Euro pro Kind.
Alle drei Klassenräume, regensichere Holzbauten, wurden durch das Engagement von Frau Kirowa und einigen anderen engagierten Gemeindemitgliedern errichtet.

IMG_9739a.jpgDie Räume sind voll mit Zeichnungen der Kinder und selbst gezeichneten Lernbildern vom Alphabet, über die 10 Gebote, hin zu Zahlen und Tieren.

 

 

Dieses Early Childhood Center gehört sicherlich zu den Vorzeigeschulen unter den 400 selbst organisierten Einrichtungen in der Provinz Bougainville. Es zeigt sich wie sehr die richtige Unterstützung vieles bewirken kann. Die Diözese ist nun gefordert das enorme ehrenamtliche Engagement im gesamten Gebiet zu fördern. Wir warten noch, ob sie dazu Unterstützung von der Dreikönigsaktion beantragen.

Jakob Wieser
jakob.wieser[at]dka.at

 

IMG_9743a.jpg
Gib eine Beschriftung ein

Das selbstorganisierte Early Childhood Center in Malasang, von Bäumen umgeben. Die Kinder werden am Ende des Schultages gerade abgeholt.

 

 

Spaß mit Handelsabkommen?

 

Wenig bringt viel: Frühkinderziehung in Bougainville

Paris im Rückblick: Gerechtigkeit gehört aber nicht umgesetzt

Unbenannt2

Die Conference of Parties Nummer 21 (COP21) ist zu Ende. Etwas später als geplant wurde am Samstag, 12. Dezember 2015 ein weltweites Klimaschutzabkommen beschlossen, das historische Dimensionen hat. In den letzten Jahren wurde viel gerungen und nun sind alle Staaten an Bord. Sogar die Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien. Sie galten zuletzt als „Bremser“.

Die Weltgemeinschaft will die globale Durchschnittserwärmung bis 2100 weit unter 2 °C halten und zielt dabei auf 1,5 °C ab – die so zentrale Marke für das Überleben von Millionen von Küstenbewohnern/innen. Die Staatengemeinschaft erkennt ihre moralische Verpflichtung füreinander also an. Das ist ein Erfolg. Aber es gibt keinen starken Sanktionsmechanismus, der diese Verpflichtung einfordern kann. Zwang wird ausgeschlossen. Regelmäßige Überprüfungen der freiwilligen nationalen Klimaschutzbeiträge gibt es ab 2018. Die derzeitigen Beiträge werden die Erde aber um durchschnittlich 2,7 bis 3 Grad erwärmen.

Nichts erreicht – keine Aussichten?

Das Abkommen selbst ist ein äußerst schwaches, aber es bietet Ansatzpunkte für zukünftige Verbesserungen. Diese werden möglich sein, wenn wir weiterhin unsere Stimmen erheben – und das war für Paris in mehrerlei Hinsicht ein Erfolg.

Dass das 1,5-Grad-Ziel anerkannt wird, dass alle Staaten mit einem Abkommen nach Hause fahren wollten, dass ein Zeichen für eine Welt ohne fossile Energieträger gesetzt wird, ist massiven Anstrengungen außerhalb der COP21 zu verdanken: klare Statements von Papst Franziskus, hunderttausende Menschen auf den Straßen für Klimagerechtigkeit uvm.l

Die letzte Demonstration, vom 12. Dezember 2015 (#d12), ist für mich ein besonderer Erfolg der Zivilgesellschaft. Vielleicht hat sie das Abkommen nicht zu mehr Ambition bewegen können, aber sie ist ein Erfolg für Meinungsfreiheit und für Einigkeit für Gerechtigkeit.

Der geltende Ausnahmezustand in Paris untersagt öffentliche Demonstrationen. Es hieß, dies kam der französischen Regierung nicht ungelegen um einen ruhigen 12. Dezember zu erleben.
Letztendlich hatte sie aber alle Versammlungen genehmigt – genehmigen müssen. Konfrontiert mit einer breiten Allianz hunderter Organisationen, dem schwachen Text der COP21 und der Gefahr mehrerer unangemeldeter Demonstrationen verteilt über die Stadt, ließen den Aktionstag trotz Demonstrationsverbotes Wirklichkeit werden. Die Stimmen für Klimagerechtigkeit fanden Gehör im Zentrum von Paris, während im Verhandlungszentrum eine weitere Runde zu Ende ging.

Kleinbauernorganisationen, Bewohner/innen großer Wald- und Flussgebiete, Frauenbewegungen, Mitglieder globaler Umweltschutz- und Entwicklungsorganisationen, Allianzen verschiedenster Glaubensrichtungen, Kapitalismuskritiker/innen, Radfahrlobbies und unzählige mehr – bunt, laut, engagiert zogen wir drei Stunden durch die Stadt zum Eiffelturm und machten klar: Wir stehen zusammen. COP21 ist nur ein Meilenstein. Klimagerechtigkeit geht weiter.

Mein vorläufiges Resümee: Das Klimaabkommen von Paris ist ein Fakt – für die Zukunft müssen wir uns damit nicht zufrieden geben – Another world is possible!

Jakob Wieser
jakob.wieser@dka.at

Paris Tag 2: Good COP, Bad COP?

Paris Tag 1: „I’ve been very hopeful so far…“´

Paris im Rückblick: Gerechtigkeit gehört aber nicht umgesetzt

Paris Tag 2: Good COP, Bad COP?

Good #cop21?

Mein zweiter Tag in Paris war überschattet von der Ungewissheit über den Verhandlungsstatus im Konferenzzentrum. Es gibt verschiedene Berichte über kleinere Erfolge und Rückschritte. Ein kleiner Erfolg wäre die Anerkennung des wichtigen 1,5 °C Ziels, aber ohne konkrete Maßnahmen bringt auch dieses nichts. Rückschritte betreffen unter anderem folgende Punkte:

Menschenrechte werden kaum einen zentralen Teil im Vertragstext spielen. Die Wahrung von Menschenrechten ist besonders bei Großprojekten wie zB Staudämmen im Amazonasgebiet äußerst wichtig. Nicht jede Klimaschutzmaßnahme ist auch eine menschengerechte Maßnahme. Für Alternativen siehe Paris Tag 1. Mit dem Hashtag #stand4rights wird auf dieses Problem aufmerksam gemacht.

Darüber hinaus scheint die Anerkennung der historischen Schuld von Ländergruppen wie der EU und den USA im Text immer geringer zu werden. Eine Kollegin, die bereits an mehreren Konferenzen teilgenommen hat, beschreibt diese zwei Wochen als sehr anstrengend. Nicht nur weil bis spät in die Nacht verhandelt und diskutiert wird. Sondern auch, weil wir hier direkt für eine gerechte Welt innerhalb der staatlichen Verhandlungsräume kämpfen, unsere Ideale vertreten, und oft so wenig Gehör finden.

Dagegen sind die parallelen Veranstaltungen der Zivilgesellschaft voll mit Leben und Optimismus (obwohl das Abkommen trotzdem nicht dafür spricht):

Der Freitag begann mit einem Workshop zu „rethinking development“. Die Vertreterin von Focus on the Global South berichtete von ihrer Arbeit. Ihre Aufgabe ist es bestehende Alternativen zum neoliberal-wachstums-getriebenem Wirtschaftsmodell aufzuzeigen. So ermöglichen sie Führungspersonen von indigenen Gemeinschaften ihr Konzept von Buen Vivir in globalen UN-Diskussionen einzubringen. Zuletzt bei einem Forum der Welternährungsorganisation FAO: „The experts shut up, when the indigenous people presented their knowledge on fishing and farming.“

Anschließend wurde die Enzyklika Laudato Si‘ in einem interreligiösen Forum diskutiert. Narumon Piboonsittikun, Buddhistin aus Thailand, sprach davon, dass Glaube und Ökologie nicht getrennt werden können. Cécile Renouard zitierte Papst Franziskus, der ähnliches anspricht: gut leben in Anerkennung der globalen Limits unseres gemeinsamen Hauses, Gottes Schöpfung. Ivo Poletto vom Klimagerechtigkeitsforum Brasilien bezog sich auf seine Arbeit mit Gemeinschaften im Amazonasgebiet: Die Verbindung des menschlichen Lebens ist untrennbar mit der Erde verbunden. Daraus entsteht eine grundlegende Harmonie ohne ausbeuterische Gier. Diese Gier nach mehr und immer mehr sollte die UN-Klimakonferenz durchbrechen. Das wäre die Erwartung der Afrikanischen Bischofskonferenz, stellate Erzbischof Gabriel Anokye aus Ghana klar.

Der Pariser Gipfel wird unsere Erwartungen nicht erfüllen. Wir machen trotzdem weiter. Klimagerechtigkeit kann nicht mit einem Gipfel erkämpft werden. Außerdem zeigen alle Veranstaltungen das Potenzial unserer weltweiten Aktionsgemeinschaft!

Ich schließe den Tag ab im Zentrum 104 (Das Foto oben ist von dort). Der zentrale Veranstaltungsort für alle Aktivisten/innen. Die Stimmung ist unglaublich. Alle sind bereit für den Aktionstag #d12 der nun gleich startet. Schilder werden gemalt, Nummern und Treffpunkte ausgetauscht. Ich mache mich nun auf den Weg. Fotos und Berichte über die Aktionen sind auf Twitter zu finden (@myskodil). Am Abend wird das finale Ergebnis der #COP21 besprochen. Eine Einschätzung folgt in den nächsten Tagen. Watch this space!

Paris im Rückblick: Gerechtigkeit gehört aber nicht umgesetzt

Paris Tag 1: „I’ve been very hopeful so far…“´

Paris Tag 2: Good COP, Bad COP?

Komplexe Kleeblätter für Nachhaltigkeit?

diskussion_transforming_our_world_29-okt2015

Die Transformation unserer Welt?
Der Titel der gestrigen, gut besuchten Veranstaltung sollte Programm sein. Schließlich steht die neue globale Nachhaltigkeits- und Entwicklungsagenda der Vereinten Nationen unter diesem Slogan. Mehrere Organisationen luden am 29. Oktober zur Diskussion. Mit mir am Podium waren Ulrike Lunacek (Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments), Petra Bayer (SPÖ Parlamentsklub) und Stephan Klingebiel (Deutsches Institut für Entwicklung).

Herr Klingebiel wies in seinem Eingangsstatement auf die großen Herausforderungen der Agenda hin. Eine Graphik des Overseas Development Institute verdeutlicht, dass die Welt in mehrfacher Hinsicht ein Umdenken und Revolutionen benötigt. Für mehr als die Hälfte der Ziele der Agenda 2030 müssen sich Regierungen andere Rezepte einfallen lassen. Transformation eben.

Wie gehen wir das an?
Die Europäische Kommission bereitet zwei Erlässe vor. Einen für die Wirkung der Agenda nach „innen“, also für die EU, und einen für die Wirkung nach „außen“, also für die Außenpolitik. Darüber hinaus ist noch nicht viel klar.

In der österreichischen Politik scheint die Debatte auch erst in den Kinderschuhen zu sein. Petra Bayer erwähnt eine „Kleeblatt-Konstellation“: das Bundeskanzleramt, das Außenministerium, das Lebensministerium und das Sozialministerium besprechen gerade die Umsetzung. Konkrete Pläne für Dialoge mit uns allen in Österreich lebenden Menschen, wie zum Beispiel in Deutschland, gibt es noch keine.

In die Diskussion bringe ich folgende Punkte ein:

  • Erstens, wer auch immer mit der Umsetzung betraut wird – es benötigt eine klare Leitungszuständigkeit.
  • Zweitens, was auch immer gemacht wird, wir benötigen eine Modus der Überprüfung – leider wurde dies gestern zu wenig diskutiert.
  • Drittens, ein reiner Bericht über alles was bisher „sowieso“ bereits geschieht ist mir zu wenig. Die Agenda verlangt nach mutigem Umdenken (s.o.). „business as usual“ wird zu weniger Freiheit für Menschen und unseren Planeten bedeuten. Ich hoffe hier auf Mut in den Ministerien und stehe für Diskussionen bereit.
  • Viertens, wir dürfen vor der Komplexität der Aufgabe nicht zurück schrecken. Die Verbindungen zwischen den Zielen dürfen nicht vergessen werden – die Staaten dürfen nicht anfangen sich einzelne, leichter erreichbare Ziele „herauszupicken“.

Haben wir uns eine globale Agenda geschaffen, die zentrale Zukunftsfragen benennt aber gleichzeitig zu komplex erscheint?
Nach großer Transformation hörten sich die Statements aus der Politik noch nicht an. Dass 192 Staatschefs und -innen die Agenda beschlossen haben ist zumindest ein Zeichen, dass die globalen Probleme, die uns alle betreffen, anerkannt werden. Wir, als zivilgesellschaftliche Organisation, müssen weiterhin Druck ausüben, dass hier etwas voran geht und möglichst viele Menschen für Fragen von Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit gewinnen.
Gespräche mit Bekannten nach der Veranstaltung sind Zeichen der Hoffnung: sie wollen parallel zu den globalen Konferenz eine lokale Konferenz nächstes Jahr organisieren. So können wir die Ideen weiter verbreiten. Ich freue mich darauf!

Jakob Wieser

Foto: Gerald Faschingeder/Freire Zentrum

Hat der Nachhaltigkeitsgipfel nachhaltige Folgen?

Sustainable Development Goals – Reduktion und Nachhaltigkeit

New York zwischen SDG und Papstmania

Komplexe Kleeblätter für Nachhaltigkeit?