Am langen Weg zu verpflichtenden Menschenrechtsstandards für transnationale Unternehmen – Station Genf

Ute Mayrhofer und Marieta Kaufmann, Anwaltschaftsreferentinnen der Dreikönigsaktion, nahmen im Oktober in Genf an der 4. Sitzung der Verhandlungen für einen „UN-Vertrag zu Wirtschaft und Menschenrechten“ teil. Zusammen mit Partnerorganisationen setzten sie sich dafür ein, dass Menschenrechte vor Wirtschaftsinteressen gestellt werden.

Ein Gespräch mit Marieta KaufmannUN_Treaty

Nach einer Verhandlungswoche bei den Vereinten Nationen bleiben viele Bilder, Fragen und Gedanken, die weitergedacht werden wollen. Was ist dir besonders prägnant im Gedächtnis geblieben?

Marieta Kaufmann: Besonders eindrucksvoll war für mich der Bericht unseres brasilianischen Projektpartners André Karipuna vom indigenen Volk der Karipuna aus Rondônia. Er sprach vom Massaker an seinem Volk, auf dessen Territorium Kautschuk abgebaut werden sollte. In den 1970er-Jahren lebten nur mehr acht Personen seines Volkes. Mit der Anerkennung indigener Rechte in der brasilianischen Verfassung von 1988 wurde das indigene Gebiet der Karipuna in den 1990er-Jahren anerkannt und demarkiert. Mittlerweile ist die Bevölkerungsanzahl wieder auf 58 Personen gewachsen. Bedroht sind die Karipuna in Rondônia aber immer noch, etwa durch illegale Abholzungen. André Karipuna forderte eindrücklich den Schutz indigener Gebiete vor ökonomischen Interessen, der im UN-Vertrag zu Wirtschaft und Menschenrechte verankert werden sollte.

Ich konnte nicht umhin, an das Statement des designierten brasilianischen Präsidenten Bolsonaro vom Februar dieses Jahrs zu denken, als er erklärte: “Wenn ich gewählt werde, wird der Indigene keinen Zentimeter Land mehr bekommen“. Die brasilianische Vertretung in Genf handelte prompt: außerhalb der Tagesordnung ergriff die Botschafterin Brasiliens Maria Nazareth Farani Azevêdo das Wort und forderte den Vorsitzenden der UN-Arbeitsgruppe auf, dafür zu sorgen, dass keine Stellungnahmen in Hinblick auf die politische Situation in Brasilien und die Wahlen abgegeben werden. Es war erschreckend zu sehen, wie heftig der brasilianische Staat reagiert.

Worum ging es bei den Verhandlungen und warum bringen wir uns als Dreikönigsaktion da ein?

Marieta: Das Beispiel des indigenen Volks der Karipuna ist exemplarisch für die Menschenrechtsverletzungen, die Unternehmen weltweit begehen. Kinderarbeit, Ausbeutung, Umweltverschmutzung, Fabrikunfälle, mangelnde Gesundheitsschutzmaßnahmen oder Landvertreibungen sind nur einige Beispiele. Betroffene können sich nur schwer wehren, vor allem wenn transnationale Unternehmen beteiligt sind. Komplexe Unternehmensstrukturen und -beziehungen machen es faktisch unmöglich, dass Betroffene gegen diese Unternehmen klagen. Dem will der UN-Vertrag zu Wirtschaft und Menschenrechte begegnen. Als international verbindliches Abkommen soll er die Rechtslücken schließen, die die Globalisierung erzeugt hat.

Welche Schwierigkeiten und Tücken gibt es auf dem Weg zu einem verbindlichen UN-Vertrag?

Marieta: Der vorgelegte Entwurf für einen UN-Vertrag zu Wirtschaft und Menschenrechten soll die Staaten verpflichten, Standards zum effektiven Menschenrechtsschutz für transnational agierende Unternehmen festzulegen. Wenn die Staaten selbst diese Reglementierung aber nicht wollen, werden sie einen solchen Vertrag nicht ratifizieren, geschweige denn umsetzen. Auf der anderen Seite muss immer auch die Perspektive der Betroffenen berücksichtigt werden. Wir unterstützen unsere Projektpartner/innen dabei, ihre Anliegen international vorbringen zu können. Wir dürfen aber nicht illusorisch sein. Allein der UN-Vertrag wird Menschenrechtsverletzungen durch Unternehmen kein Ende bereiten. Der Vertrag kann aber ein wesentlicher Beitrag sein, die Rechtsposition Betroffener zu verbessern, Rechtsstandards international zu harmonisieren und den Vorrang von Menschenrechten vor Profit politisch voranzubringen.

Du hast vor den vereinten Nationen selbst ein Statement verlesen. Wie ist es dazu gekommen und was war der wichtigste Punkt darin?

Marieta: Gemeinsam mit meiner Kollegin Ute Mayrhofer ist uns aufgefallen, dass bei den vielen Statements, die zum Vertragsentwurf eingebracht wurden, Kinder und Jugendliche nicht berücksichtigt werden, obwohl diese besonders verletzlich sind. Wie so oft bleiben diejenigen, die am meisten und am längsten betroffen sind, unsichtbar. Daher haben wir in diesem Statement betont, dass Kinder und Jugendliche als (potentiell) Betroffene von Menschenrechtsverletzungen durch Unternehmen im Vertrag besonders berücksichtigt und ermächtigt werden sollten.

Wie geht es nun weiter in dem Prozess?

Marieta: Der erste Entwurf wurde im Juli vorgelegt. Bis Sommer 2019 soll ein überarbeiteter Entwurf vorliegen. Es wäre wünschenswert, wenn sich vor allem die Staaten, in denen die transnationalen Unternehmen ihren Sitz haben (wie zum Beispiel die Mitgliedsstaaten der EU) ernsthaft und konstruktiv beteiligen. Hier ist noch viel Handlungsspielraum nach oben. In einigen Bereichen wird juristisches Neuland betreten. Es sind Mut und politischer Wille gefragt – zu Veränderung, zum Ausprobieren, den ersten Schritt zu gehen, um Menschenrechten Vorrang vor ökonomischen Interessen zu geben. Die Einbindung zivilgesellschaftlicher Organisationen der Betroffenen ist hierbei das Um und Auf. Bei der nächsten Sitzung im Oktober 2019 könnten dann, wenn alles gut läuft, schon erste Teile des Vertrages finalisiert werden.

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Am langen Weg zu verpflichtenden Menschenrechtsstandards für transnationale Unternehmen – Station Genf

Recht auf Nahrung ̵ genug zu essen für alle

Überall auf der Welt feiern Christ/innen in diesen Tagen Erntedank. Wir sagen Dank für die Früchte, das Gemüse und das Getreide. Es erinnert aber auch daran, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, dass wir genug zu essen auf unseren Tellern haben.

Jeden Tag kämpfen Millionen Frauen und Männer weltweit darum, dass ihre Kinder genug zu essen haben. Obwohl weltweit genug Lebensmittel produziert werden, sind Hunger und Unterernährung für Milliarden von Menschen trauriger Alltag. „Die heutige Landwirtschaft könnte problemlos zwölf Milliarden Menschen ernähren – also fast das doppelte der aktuellen Weltbevölkerung.“ empört sich Jean Ziegler, einer der bekanntesten Globalisierungskritiker. Es ist also keine Frage von Produktionssteigerung, wenn jeden Tag Millionen Frauen und Männer weltweit darum kämpfen müssen, dass sie für ihre Kinder genug zu essen auf den Tisch bekommen. Es ist eine Frage der Gerechtigkeit, der Verteilung und der Art und Weise, wie Lebensmittel produziert werden. Ein Immer-Mehr an Massenproduktion in „Agrarfabriken“ vertreibt weltweit Kleinbäuer/innen von ihrem Land.

Auch hier sind es die Kinder, die am meisten darunter leiden. Sie sind es auch, denen die Zukunft gestohlen wird, wenn ihre Eltern Äcker und Fischgründe verlieren.

Zum Beispiel in Mindanao, der zweitgrößten Insel der Philippinen. Über die Hälfte der 26 Millionen Einwohner/innen lebt in Armut. Viele leiden an Hunger. Warum? Auf 80 Prozent des fruchtbaren Landes bauen Konzerne in riesigen Monokulturen Ananas, Bananen oder Ölpalmen für den Export an. Die Bevölkerung hat nichts davon.

Kleinbäuer/innen sei Dank

Industrielle Landwirtschaft frisst Ressourcen und macht Menschen abhängig – von Saatgutfirmen, Krediten, Supermärkten. Eine gute Ernährung für alle braucht nicht mehr Lebensmittel, sondern Vielfalt vom Acker bis zum Teller. Vielfalt schützt vor Mangelernährung und Ernteausfällen. Kleinbäuer/innen sind das Rückgrat des Welternährungssystems. Sie erzeugen fast 70 Prozent aller Nahrungsmittel. Die Welt braucht Kleinbäuerinnen und -bauern für eine stabile und ausgewogene Ernährung. Hunger ist nur vor Ort zu überwinden. Fast Dreiviertel aller Hungernden leben auf dem Lande. Als Klein- und Subsistenzlandwirt/innen, Hirt/innen, Fischer/innen, Landarbeiter/innen und Landlose sind sie direkt von der lokalen Landnutzung abhängig, können sich davon aber häufig nicht ausreichend und sicher ernähren. Der Zugang der Armen auf dem Lande zu Boden, Wasser und Produktionsmitteln, zu Know-How und Wissen sowie zu sozialer Mindestabsicherung in Notsituationen – etwa nach Naturkatastrophen wie zurzeit auf den Philippinen – ist der entscheidende Faktor dafür, ob das Menschenrecht auf ausreichende und gesunde Ernährung umgesetzt wird oder nicht. Und hier kommen wir als Hilfswerk ins Spiel.

Lokales Wissen statt Hybridsaatgut

Die Dreikönigsaktion, Hilfswerk der Katholischen Jungschar, unterstützt nachhaltige Landwirtschaft und einkommensschaffende Initiativen. Mit unseren Partnerorganisationen organisieren wir Ausbildungen zu agrarökologischen Anbaumethoden. Diese bieten Unabhängigkeit von großen Agrarkonzernen. Ebenso können die Bäuerinnen und Bauern damit besser auf den Klimawandel reagieren – bodenschonend und ertragreich.

Geonathan Barro, Projektleiter von Agro-Eco, einer philippinischen Partnerorganisation, bringt es auf den Punkt: „Biologischer Landbau ist für Mensch und Umwelt besser. Außerdem verschulden sich die Bauern nicht für Hybridsaatgut, Kunstdünger und Pestizide. Wegen solcher Schulden haben schon viele ihr Land verkaufen müssen. Im Zentrum steht die Eigenversorgung. Der Überschuss wird direkt und ohne Zwischenhandel verkauft, damit den Bauernfamilien mehr zum Leben bleibt.“

Agrarökologie bietet hier für viele Bäuerinnen und Bauern eine attraktive Alternative. Sie beruht darauf, die Bedürfnisse der Kleinbauernfamilie ins Zentrum zu stellen, eine ausgewogene Ernährung zu produzieren und dabei die Umwelt und den Boden langfristig zu erhalten. Ein Grundsatz ist, unterschiedliche Kulturen so zu kombinieren, dass sie sich gegenseitig vor Schädlingen schützen und mit Nährstoffen versorgen. Dem Ackergrund wird in Form von Kompost, Mulch oder Mist möglichst viel organisches Material zugeführt, damit er lebendig bleibt, damit sich neuer nährstoffreicher Humus bildet. So bereiten die Biobäuer/innen auf den Philippinen den Boden für das nächste Erntdankfest.

Mehr zum Themenschwerpunkt „Recht auf Nahrung“ der Dreikönigsaktion

christian.herret@dka.at

Recht auf Nahrung ̵ genug zu essen für alle

Guatemala: Hilfe für die Opfer des Vulkanausbruchs

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Matthias Fichtenbauer, Lateinamerika-Referent der Dreikönigsaktion, bittet um Spenden für den Wiederaufbau seines „guatemaltekischen Heimatdorfes“.

Die Süddeutsche Zeitung spricht in ihrer Berichterstattung über den Ausbruch des Fuego, des sogenannten Feuervulkans, am 3. Juni 2018 von einem zentralamerikanischen Pompeji. Ganze Dörfer existieren nicht mehr. Begraben unter Lava, Schlamm und Asche ist alles, was dort lebte tot. Menschen, Tiere und Pflanzen. Mehr als 200 Todesopfer sind zu beklagen. Mehr als 3.000 Personen mussten evakuiert werden. Der Ascheregen hatte sich sogar bis zur guatemaltekischen Hauptstadt ausgebreitet. Insgesamt sind 1,7 Millionen Menschen vom Ausbruch betroffen.

Ich kenne die Region sehr gut. Ich war – im Rahmen meines Auslandszivildienstes – ganz genau in dem am schwersten betroffenen Gebiet tätig. Damals mit einer guatemaltekischen Organisation namens CADECO. Wir haben die Wiederansiedlung der nach dem Bürgerkrieg zurückkehrenden Flüchtlinge in dem Dorf „15 de Octubre, La Trinidad“ begleitet und ihnen geholfen, sich ein neues Leben als nachhaltige Landwirt/innen (inkl. Kaffeeanbau) aufzubauen. Zehn Monate lang habe ich in diesem Dorf gewohnt, mitgelebt, mitgefeiert und Freundschaften geschlossen.

 

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Matthias Fichtenbauer, Projektreferent Guatemala, mit Urbano, dem Leiter der Kaffeekooperative in La Trinidad, Guatemala und dessen Familie.

In „La Trinidad“ selbst gab es meines Wissens nach keine Toten. Der große Schlamm- und Lavastrom ging nur zwei Kilometer weiter östlich nieder, genau dort, wo die Bundesstraße die beiden wichtigen Städte Antigua und Escuintla miteinander verbindet.

Aber die Folgen für die Menschen sind verheerend. Die gesamte Ernte für heuer wurde vernichtet. Im Gebiet kam ein massiver Ascheregen herunter, der teilweise eine 10 cm dicke Schicht bildete. Unter dieser wurden alle Kulturpflanzen begraben. Für Gemüsebeete und die Milpa – also Mais und Bohnen – eine Katastrophe und speziell für deren Exportschlager Bio-Kaffee ebenfalls extrem schädlich, weil Kaffeepflanzen sehr sensibel reagieren und sofort ihre Blüten abwerfen.

Momentan sind die Dörfer allesamt noch evakuiert. Das Ausmaß der Zerstörung ist daher auch noch nicht ganz abschätzbar. Das heißt im Klartext, besonders wichtig wird es sein, diese Menschen beim längerfristigen Wiederaufbau nach der Katastrophe zu unterstützen. Die guatemaltekische Regierung hat den Opfern bereits ausgerichtet, dass es keine Ressourcen für Unterstützung gibt. Sie hat gleichzeitig ausländische Hilfskräfte (z.B. aus El Salvador), die im Epizentrum der Katastrophe ehrenamtlich mit anpacken wollten, daran gehindert, nach Guatemala einzureisen. Zum eigentlichen Desaster kommen also noch gravierende politische Fehlentscheidungen dazu – in dieser Einschätzung sind sich unsere Partnerorganisationen in Guatemala allesamt einig.

Meine Kontaktperson zum Dorf „La Trinidad“ heißt Cristy Gloria Granados, ist eine ehemalige Mitarbeiterin von CADECO, arbeitet mittlerweile als freie Konsulentin für Projekte, lebt in Guatemala City und besucht La Trinidad öfter, um dort die Freunde von früher zu besuchen, sich nach dem Werdegang der Kinder zu erkundigen etc. Auch sie konnte wegen dem erkalteten Lavastrom und der Evakuierung des Gebiets (inkl. Warnung, dass der Vulkan noch einmal ausbrechen könnte) noch gar nicht ins Zielgebiet reisen. Aber sie hat mir versprochen, sobald es möglich ist, dorthin zu gelangen. Cristy kann sich kein Auto leisten, also ist sie auf die Fahrt mit öffentlichen Bussen angewiesen und ich vermute, dass diese momentan gar nicht verkehren, weil die Bundesstraße noch ganz verschüttet ist mit Lava…

Nachdem wir noch keine Einschätzung über die Schäden haben, wäre es – als zuständiger Projektreferent für Guatemala – unseriös, ein Soforthilfeprogramm auf die Beine zu stellen. Bis wir genauere Informationen haben, heißt es – auch wenn es schwer fällt: Bitte warten.

Unsere langjährige Partnerorganisation CEADEL hat mittlerweile angeboten, die Organisation der Hilfe für die Opfer zu übernehmen. In ihrem eigenen Wirkungskreis (Chimaltenango) gab es keine schweren Schäden – nur ganz leichten Ascheregen. Was ihr jetzt für die Menschen in den betroffenen Dörfern tun könnt ist, für den langfristigen Wiederaufbau zu spenden. Sobald wir Informationen haben, wird es ein Projekt der Dreikönigsaktion geben, in dem eure Spenden dazu beitragen, den Menschen von „La Trinidad“ wieder auf die Beine zu helfen.

Danke im Voraus!

Spendenkonto:

BAWAG P.S.K.

Empfänger: Dreikönigsaktion

IBAN: AT23 6000 0000 9300 0330

BIC: BAWAATWW

Verwendungszweck: Wiederaufbau Guatemala

Alle Spenden für dieses Projekt sind steuerlich absetzbar. Wenn Sie die Spende von der Steuer absetzen möchten, geben Sie beim Verwendungszweck auch Ihren vollen Namen (laut Meldezettel) und das Geburtsdatum (im Format Tag.Monat.Geburtsjahr, also z. B. 09.08.1979) für die Übermittlung ans Finanzamt an.

Guatemala: Hilfe für die Opfer des Vulkanausbruchs

Viele Schritte nach vorn – ein Rückblick auf 2017

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489 Projekte konnten 2017 mit den Sternsinger-Spenden finanziert werden. 489 starke Zeichen für eine gerechte Welt.

 

Wir stellen die Kinder in die Mitte – lautet das Jungschar-Motto. Wie wahr: Unsere Mitte sind die 85.000 Sternsinger/innen und Sternsinger. Sie bilden das Fundament des Hilfswerks Dreikönigsaktion. Aber auch rund um unsere Sternsinger-Stars gibt es viel Arbeit hinter den Kulissen der königlichen Bühne damit beim Hilfswerk alles rund läuft.

Projektarbeit: Nobelpreiswürdig

Unsere Partner/innen vor Ort arbeiten oft unter schwierigsten Bedingungen. In vielen Ländern zerstören Naturkatastrophen mühsam Erreichtes, in anderen erschweren totalitäre Regime die Arbeit von Menschenrechtsaktivist/innen. Umso schöner ist es, wenn unsere Partner/innen für ihr Engagement Würdigung erfahren, wie z.B. Colin Gonsalves aus Indien. Der langjähirge Menschenrechtsanwalt und Projektpartner der Dreikönigsaktion wurde 2017 mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Gonsalves, der „Anwalt der Schwachen“ gründete in den 1980er-Jahren das „Human Rights Law Network“. Innerhalb von 30 Jahren wuchs HRLN zur größten Organisation ihrer Art in Indien mit 21 Büros. Die 110 Anwälte der Organisation vertreten diejenigen, die sich keinen Rechtsbeistand leisten können. Meist sind das Frauen und Kinder. Wir sind stolz darauf, mit ihm zusammenarbeiten zu dürfen.

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Colin Gonsalves, der „Anwalt der Schwachen“ – Direktor einer von 385 Partnerorganisationen

Zum Schutz der Kinder

Kindern und Jugendlichen ein sicheres Umfeld zu ermöglichen, in dem ihre Rechte gewahrt werden, ist eine unserer zentralsten Aufgaben. Wie wir kindersichere Strukturen in unserer eigenen Organisation wie auch bei Partnern fördern und aus der Erfahrung unserer Partnerorganisationen lernen können, war Thema eines Workshops in Manila mit 9 Vertreter/innen von Partnerorganisationen der Dreikönigsaktion aus verschiedenen Ländern, die im Bereich Kinderrechtsschutz tätig sind.

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“Menschen aus drei Kontinenten haben hier in Manila intensiv zu Kinderschutzrichtlinien gearbeitet. Gemeinsam können wir für die Kinder dieser Welt viel erreichen.“ Sr Subeshna Tapna – Für eine kinderabeitsfreie Gesellschaft: STOP CHILD LABOUR – LET THEM FREE, LET THEM FLY – das Motto der BSA-Childrights Organisation

Ausbeutung im Smartphone

Hinter den glänzenden Bildschirmen unserer Smartphones verstecken sich leider oft gravierende Menschenrechtsverletzungen und ökologischer Raubbau. Eine Recherchereise unseres Kollegen Herbert Wasserbauer zu Zinnminen in Bolivien brachte Erschreckendes zu Tage: Das Trinkwasser ist massiv mit Schwermetallen belastet. Die hohe Anzahl von Missbildungen bei neugeborenen Lamas und Kälbern spricht eine deutliche Sprache. Kaum eines der über 300 Bergbauunternehmen in der Region hält sich an die Umweltbestimmungen. Hinsichtlich unseres Umgangs mit den Rohstoffen der Digitalisierung braucht es dringend Veränderungen. Erklärtes Ziel muss es sein, den Bedarf mineralischer Rohstoffe etwa für IT- und Hochtechnologieprodukte durch deren Herstellung, Nutzung und Entsorgung zu verringern sowie gleichzeitig positive Ansätze eines nachhaltigeren Umgangs mit diesen Materialien politisch und gesellschaftlich voranzutreiben. Wie das geht, und was jede/r selbst zu einer Veränderung beitragen kann wurde in einem umfassenden Papier dargelegt.

 

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Das Trinkwasser ist massiv mit Schwermetallen belastet. Lamas und Kälbern kommen missgebildet zur Welt.

Alles neu im www

Um es charmant zu umschreiben: Unsere Website war in die Jahre gekommen. Vor allem wenn man sie mit den allgegenwärtigen Smartphones ansurfen wollte. Unsere Sternsinger/innen und unsere Spender/innen wollen und sollen aber up-to-date sein, wenn es darum geht darüber informiert zu werden wofür die Dreikönigsaktion steht und wie die Spenden Menschen helfen. Im Sommer 2017 hat der große Relaunch unserer Website begonnen – und rechtzeitig vor der Sternsingeraktion sind wir fertig geworden. Die Rückmeldungen sind positiv. Am häufigsten wurde die Seite mit dem „Sternsingerrap“ aufgerufen. Am besten machst du dir aber selbst ein Bild.  www.dka.at

„Listen to the Kings“ – der Sternsingerrap

Warum rappen die Heiligen Drei? Wer 2000 Jahre in aller Munde bleiben will, muss mit der Zeit gehen und sich immer wieder neu erfinden. MC Balthazar, Rhymemaster Caspar & Kingkool Melchior können davon ein Lied singen – vielmehr rappen.

„Listen to the Kings“ – In Zeiten wie diesen ist die Weihnachtsbotschaft vom Frieden, sind die Segenswünsche der Heiligen Drei aktueller und gefragter denn je. Und wer so eine Botschaft hat, muss auch alles dafür tun, dass sie gehört wird und bei den Leuten ankommt. Noch nicht gehört? Na dann wirds Zeit: www.sternsingerrap.at

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Durch uns wurde sogar Bischof Georg aus dem deutschen Bistum Limburg zum Rapper.

Begegnen bildet

„Wie schafft man es sich von der Traveller-Meute abzugrenzen, weg von den Touri-Pfaden, hin zu Kontakt mit „richtigen Locals“ um das Wunschland mit allen Facetten erleben zu dürfen?“ Sonja Macher hat für sich diese Antwort gefunden. Sie war eine von 21 Teilnehmer/innen am LernEinsatz und hat ihre Eindrücke von der Reise auch auf einem Blog festgehalten.

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Wenn Eine eine Reise ins Herzen Brasiliens unternimmt: Lest selbst wie es Sonja Macher ergangen ist.

2.100 Tage freiwillig im Einsatz
In Indien, auf den Philippinen, in Kenia, Südafrika und in Kolumbien waren 18 Frauen
und ein Mann auf SolidarEinsatz. 2.100 Tage arbeiteten sie bei Partnerorganisationen
mit und lernten so deren Herausforderungen und ihre Lösungsansätze
vor Ort kennen.

Datendschungel

Das vergangene Jahr stellte unser Organisationreferat vor besondere Herausforderungen. Ab dem 1. Jänner 2017 wird eine Sternsinger-Spende bei der Arbeitnehmerveranlagung bzw. Einkommenssteuererklärung automatisch berücksichtigt. Als Spendenorganisation sind wir beauftragt, der Finanzverwaltung die relevanten Daten weiterzugeben. Für uns bedeutet das einen erheblichen Mehraufwand. Damit das Finanzamt die Spende eindeutig zuordnen kann, benötigen wir jetzt den vollen Namen und das Geburtsdatum – das muss dann auch noch mit dem Melderegister übereinstimmen. Nur so kann die Spende steuerlich berücksichtigt werden. Damit unsere Spender/innen in den Genuss der steuerlichen Begünstigung kommen haben unsere Kolleg/innen rund 40.000 Daten aktualisiert.

Christian.herret@dka.at

 

Viele Schritte nach vorn – ein Rückblick auf 2017

Der gestohlene Fluss

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Wasser ist nicht verhandelbar! Wasser gehört der Allgemeinheit und nicht Einzelnen!

„Er war immer da, nie war er weg, er hat uns, unsere Eltern und Großeltern großzügig versorgt. Er ist unser Leben!“ Die Bauern sprechen nicht von einem wohlmeinenden Menschen, der für Gesundheit, gesicherte Lebensgrundlagen und gutes Leben sorgt. Sie sprechen über den Rio Utinga, IHREN Fluss. Nie hat er sie verlassen, aber seit flussaufwärts Firmen in Monokultur Bananen anpflanzen und diese mit großen Motoren bewässern, ist es erstmals geschehen. Der Rio Utinga ist ausgetrocknet. Nach langen und harten Kämpfen um Land, es wurde den Kleinbauernfamilien letztendlich zugesprochen, beginnt jetzt ein neuer Kampf. Es geht ums Wasser und damit wieder ums Überleben im semiariden Gebiet des Bundesstaates Bahia, im Nordosten Brasiliens.

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Es geht ums Wasser und damit wieder ums Überleben im semiariden Gebiet des Bundesstaates Bahia, im Nordosten Brasiliens.

Wasser ist aber zusehends auch in den Metropolen des Riesenlandes rar geworden. 2015 litten Rio de Janeiro und São Paulo unter Wasserknappheit. Die Trinkwasserspeicher der beiden Megacities waren so gut wie leer. Schuld an der Wasserkrise ist nicht der/die einzelne Bürger/in, der weitaus größere Verschwender ist die industrialisierte Landwirtschaft. Sie allein verschlingt 70% des Trinkwassers. Sie produziert großflächig Soja, Mais und betreibt Viehzucht. Die Bananenplantagen Bahias tragen ihren Teil zum Wassermangel bei, sie graben den Menschen buchstäblich das Wasser ab.

Ums Wasser ging es auch vergangene Woche. Vom 17. bis zum 22. März fand in der Hauptstadt Brasília das Fórum Alternativo Mundial da Água, das alternative Weltwasserforum FAMA statt. Ein Forum, bei dem NGO´s und sozial engagierte Organisationen für einen transparenten und gerechten Umgang mit den Wasservorräten Brasiliens und der Wasserversorgung einstehen.

Parallel zum FAMA Alternativwasserforum diskutierten Regierungs- und Firmenvertreter/innen auf offiziellem Parkett mit dem Ziel Zugang und Vermarktung von Wasser für Unternehmen zu erleichtern. Nestlé, Coca-Cola, Ambev, Suez Vivendo,.. sind an einer Privatisierung der staatlichen Wasser- und Abwasserversorgung interessiert. Damit dies möglich wird, muss Brasilien seine gesetzlichen Bestimmungen aufweichen und abändern. Die Regierung Temer hat das schon auf ihre Tagesordnung gesetzt.

Aber auch Widerstand gegen die Vermarktung und den Ausverkauf der Wasserressourcen formiert sich. Noch während der Diskussionen am offiziellen und am alternativen Wasserforum besetzen 600 Aktivistinnen der Landlosenbewegung MST den Hauptsitz der Nestlé Niederlassung in Brasilien. Seit 1994 sitzt Nestlé in São Lourenço und vermarktet das für seine heilende Wirkung bekannte Mineralwasser. Seit 1997 protestiert die lokale Bevölkerung gegen die Ausbeutung des Mineralwassers, die Strömung hat sich reduziert und der Geschmack des Wassers hat sich geändert, weil die Mineralsalze verloren gehen. Auch die Kleinbauernfamilien aus Bahia setzen konkrete Maßnahmen. Sie forsten die Flussufer auf, fordern eine ökologische Rehabilitierung ihres Flusses und den Stopp der exzessiven Wassernutzung durch die Bananeproduktion für den Export.

„Das Wasser gehört der Allgemeinheit und nicht Einzelnen! Es ist eine Zeit der Hoffnung, aber auch eine die unser Engagement erfordert“, sind sich die Vertreter/innen der über 450 teilnehmenden Organisationen aus der ganzen Welt sicher. Sie kritisieren die Ausbeutung der Wasserressourcen für Gewinnzwecke und schlagen konkrete Alternativen vor. Das universelle Recht auf Trinkwasser wurde von der UNO 2010 abgesegnet und auf dieses Recht pochen sie.

Angela Kemper, Projektreferentin der Dreikönigsaktion, und Dito Ballio Prado (Caritas NE3, Abraço Bahia)

Der gestohlene Fluss

Zurück in Nicaragua

 

Im November 2017 tourten Mitarbeiter/innen aus den Sternsinger-Beispielprojekten FUNARTE und CECIM durch Österreich um zu erzählen wie mit den Sternsinger-Spenden in ihrer Heimat Nicaragua geholfen wird. Im Februar durfte ich sie im Rahmen meiner Projektreise wiedersehen.

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Ein Update zur Situation in Nicaragua von Clemens Koblbauer  (Foto: Furxer)

Imer NiImer, Maybeling, Rafael, Maria, Aracely, Anielka und Carlos sind seit Anfang Dezember letzten Jahres wieder zurück in Nicaragua. In der Zwischenzeit ist bei uns und bei ihnen viel passiert.

In Österreich waren wieder zahlreiche Kinder in den Pfarren singend unterwegs, um Spendengelder zu sammeln. Was hat unsere Gäste in ihrer Heimat erwartet? Natürlich haben sich alle auf ihre Familien, Freunde, das gewohnte Umfeld und das Lieblingsessen gefreut. Außerdem hatten sie viele Erfahrungen im Gepäck, die es natürlich zu teilen galt. Besonders beeindruckt hat sie das große Interesse und die Begeisterung der Sternsinger/innen und der vielen Menschen aus den Pfarren, die sie treffen durften, Neues aus Nicaragua von ihnen zu erfahren. Durch die vielen Begegnungen in Österreich spürten sie auch die tragende Kraft gelebter Solidarität und zeigten ihnen, wieviel Engagement und Ehrenamt nötig ist, damit wertvolle Arbeit wie in den Modellprojekten von CECIM und FUNARTE und von vielen anderen Organisationen unterstützt werden kann.

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Imer’s Frisörladen war während seines Besuchs in Österreich ausgeraubt worden.

Zu Hause ankommen war aber nicht nur mit Freude verbunden. Imer’s kleiner Frisörladen war in seiner Abwesenheit ausgeraubt worden. Mittlerweile konnte der Verlust durch direkte Spenden von Menschen, die bei seinem Besuch in Österreich zu Freunden geworden sind, ersetzt werden. Das Wetter spielt leider auch immer mehr verrückt – Regen im Februar. Das gab es bisher nicht. Der Klimawandel ist im Alltag spürbar. Regen oder Trockenheit sind nicht mehr vorhersehbar. Für viele Bauern und Bäuer/innen wird die Aussaat zur Lotterie und damit zur Überlebensfrage.

Auch sind in den letzten Monaten viele Menschen in Nicaragua Opfer von Verbrechen geworden. Die Gewalt an Frauen und Kinder beschäftigen die Gesellschaft und auch besonders unsere Partnerorganisation FUNARTE. In ihrem Umfeld kommt es immer häufiger zu grausamen Gewaltverbrechen. Eine Mutter von zwei Kindern, die bei den Workshops von FUNARTE teilnehmen, ist vom Vater der Kinder ermordet worden. Sie haben mir auch berichtet, dass zwei Kinder aus ländlichen Gemeinden des Departements Estelí entführt und ermordet wurden. Die Zivilgesellschaft in Nicaragua hält Mahnwache gegen die hohe Gewalt an den schwächsten Mitgliedern der Gesellschaft und fordert endlich ein Ende der Straflosigkeit. Trägt doch das Versagen der verantwortlichen Behörden, wie Polizei und Gerichte, maßgeblich zur Eskalation bei.

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Eine solide Ausbildung schafft Chancen für die persönliche und berufliche Entwicklung.

Die aktuellen Beispiele zeigen mehr denn je, wie wichtig die Arbeit unserer Partnerorganisationen für die Menschen vor Ort ist. Bei den Projekten mit Jugendlichen steht die Bildungsarbeit im Fokus. Sie gibt den Kids viele neue Möglichkeiten für ihre persönliche und berufliche Entwicklung. Die Stärkung der Persönlichkeit leistet einen wertvollen Beitrag zu einer Gewaltprävention auf individueller und letztlich auf gesellschaftlicher Ebene. Die großen Umweltprobleme, wie Entwaldung, Wassermangel, Artensterben und Klimawandel sind ebenfalls Ausdruck unseres gewaltvollen Handelns gegen natürlichen Ressourcen – nicht nur in Nicaragua, sondern auch bei uns in Österreich und auf der ganzen Welt. Sternsingen ist ein erster Schritt, dass wir gemeinsam eine bessere Welt für alle schaffen können. Wir müssen aber noch weitere gemeinsam Schritte machen und dafür brauchen wir euch alle.

clemens.koblbauer@dka.at, Projektreferent für Nicaragua

Zurück in Nicaragua

Listen to the Kings

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www.sternsingerrap.at – Play it loud!

Weihrauch, Gold, Myrrhe … und ein fetter Sound.

Sternsinger/innen aus ganz Österreich performen ein Sternsingerlied der anderen Art: Die Heiligen Drei Könige rappen die Weihnachtsbotschaft der Geburt Christi und erzählen zum coolen Beat warum 85.000 Kinder jedes Jahr als Sternsinger/innen unterwegs sind, um mit den gesammelten Spenden die Welt ein wenig gerechter zu machen.

www.sternsingerrap.at

Wer 2000 Jahre in aller Munde bleiben will, muss mit der Zeit gehen und sich immer wieder neu erfinden. MC Balthazar, Rhymemaster Caspar & Kingkool Melchior können davon ein Lied singen – vielmehr rappen.

In einem Eselstall sah ich JC von Nazareth Kein Bett aus Edelstahl, nur etwas trocken‘ Gras als Bett. Wir waren wie benommen – die neue Ära hat begonnen.*

So fängt die Geschichte, die uns Christ/innen seit 2000 in den Bann zieht, an: Ein kleines wehrloses Kind kommt– weil in der Herberge kein Platz war – in einem Stall zur Welt. Warum erzählen wir seit 2000 Jahren dieselbe Geschichte? Noch dazu eine, die sich seitdem millionenfach wiederholt hat und – leider immer noch – täglich wiederholt. Darum lohnt es jährlich, sich die Heiligen Drei Könige in Erinnerung zu rufen. Die Magier, oder Sterndeuter aus dem Osten besuchen das Kind und bringen ihm Geschenke. Sie geben keine Almosen, sondern ihre Gaben – Weihrauch, Gold und Myhrre – sind Geschenke für ein Königskind, Geschenke, die einem auf die Welt gekommenen Sohn Gottes zustehen.

Drum hört jetzt die frohe Kunde aus meinem Munde
Das ist uns’re Stunde, es geht in die nächste Runde*

Und die Weihnachtsbotschaft geht noch einen Schritt weiter: So wie das Kind in der Krippe Gottes Sohn ist, so sind alle Kinder – auch die ohne Rechte, ausgestoßen und in Armut auf die Welt kommen Gottes Töchter und Söhne. Und hier schlägt die Stunde der Nachfolger/innen der „Heiligen Drei“: Für all diese Kinder (und Jugendliche und Erwachsene) sind unsere Sternsinger/innen unterwegs. Und – wie ihre Vorbilder – verteilen auch sie mit den von ihnen gesammelten Spenden keine Almosen, sondern geben den Menschen, denen in Sternsingerprojekten damit geholfen wird, was ihnen zusteht – damit sie ihr Leben in Würde leben können.

Ich sing meine Lieder und du gibst mir Geld
Mit schmerzenden Gliedern retten wir die Welt!*

Die Sternsingerkids retten die Welt? Ist das nicht ein wenig zu dick aufgetragen? Mitnichten, denn: Nehmen wir zum Beispiel Anielka. Sie lebt in Ciudad Sandino, einer Stadt im Süden Nicaraguas. Für eine berufliche Ausbildung hat ihr immer das Geld gefehlt. Bei einer Partnerorganisation der Dreikönigsaktion macht sie jetzt eine Ausbildung zur Kassiererin und hat einen fixen Arbeitsplatz in Aussicht. Die Sternsingerspenden haben ihre Welt verändert. Und jetzt geht es weiter: Wer ein fixes Einkommen hat, muss nicht mehr um das tägliche Überleben kämpfen. In unseren Projekten zeigt sich, dass Menschen, die eine Ausbildung und Arbeit haben, sich vermehrt auch um jene kümmern, denen es nicht so gut geht. Die Menschen geben die Unterstützung, die sie bekommen haben, weiter. Sternsingen löst einen Schneeballeffekt aus und verändert so Millionen von Lebenswelten jener, denen die „Hilfe unter gutem Stern“ – direkt oder indirekt – zugutekommt.

Mit eurem Beitrag könnt ihr den Reichtum verteilen*

Wird das reichen, um Unrecht und Armut Geschichte werden zu lassen? Offen gesagt: Nein. Dazu wird es mehr brauchen. Eine lebenswerte Zukunft für alle kann es nur geben, wenn auch wir uns verändern. Wir müssen unseren Lebensstil hinterfragen, anpassen und müssen erkennen, dass wir als Menschheit eine große Familie sind, die füreinander und für die Schöpfung verantwortlich ist. Für eine Welt, in der Kinder ohne Angst vor dem Morgen aufwachsen können wird es unumgänglich sein, „unseren Reichtum zu verteilen“. Da werden wir alleine mit Spenden nicht auskommen. Es braucht neben einem gerechten Wirtschaftssystem auch Steuergerechtigkeit – Stichwort „Paradise Papers“. Da können wir Erwachsene unseren König/innen zur Seite stehen und lautstark für politische Veränderungen eintreten. Das wird noch ein harter Kampf werden.

Manchmal ist es easy und manchmal richtig hart Doch wir bleiben dabei, wir ziehn von Tür zu Tür Verbessern wir die Welt, kommt alle mit mit mir!*

Gusto auf www.sternsingerrap.at bekommen?

Horch hinein, werde zum DJ und bring den Song den Sternsinger/innen in deiner Pfarre näher, like und teile den Song auf Facebook, Instagram, Google+, Twitter, Youtube usw. – denn ob in altem oder neuem Gewand: die frohe Botschaft ist aktueller denn je!

christian.herret@dka.at

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