Ein gutes Leben für alle! – und was es mit Handy und Maus zu tun hat

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Herbert Wasserbauer, Koordinator für Anwaltschaft der Dreikönigsaktion, bloggt mit seiner neuen fairen Computermaus von nager-it.de

 

Gedankensplitter zum Kongress an der WU Wien, 9.-11.2.2017

Für einen Kongress an der Wirtschaftsuniversität wurde es mit einem Mal unerwartet konkret und persönlich: „Was ist für dich ein gutes Leben?“ sollten wir zu dritt in drei Minuten diskutieren. Kalt gefragt, hatte ich doch ein paar Elemente parat: Ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft sein, einer sinnstiftende Tätigkeit nachgehen, Reisen können, gestillte Grundbedürfnisse (Essen, Frieden, Sicherheit, ein Dach über dem Kopf), Natur erleben, Spiritualität, mehr Zeit haben…

Und dann die knallharte zweite Frage: Ist dieser Lebensstil verallgemeinerbar? Ist das ein gutes Leben für alle? Ähhhm. Also ein paar Dinge, an denen ich mich abmühe würde ich gern von allen umgesetzt sehen … aber… mit dem Nachtzug kommt man schon (irgendwie) nach Brüssel  aber nach Bukarest dauert es indiskutabel lang, darum zuletzt doch geflogen. Mein Handy funktionierte noch tip-top, aber weil die Software veraltet war und letztlich nichts mehr ging, war unlängst doch ein neues (ok, ein Fairphone!) fällig… die ehrliche Antwort ist wohl trotzdem Nein.

Wie kann nun tatsächlich ein Prozess in Gang kommen, der zu einem guten Leben für alle führt? Nur durch bewussten und kritischen Konsum der/des Einzelnen allein wohl nicht. Es braucht tiefgreifende Veränderungen in unserer Gesellschaft, in unserem Wirtschaftssystem und damit auch eine Politik, die die zentralen Zukunftsfragen konsequent angeht.

Beispiel Konsumelektronik: In unserem Workshop „Energie-und Ressourcenwende“ wurde sehr klar: Unser übermäßiger Verbrauch von Energie und Rohstoffen verunmöglicht derzeit ein gutes Leben in Ländern des Globalen Süden. Haarsträubende Auswirkungen zeitigt etwa der illegale Abbau von Tantal in Bolivien. Es liegt auf der Hand, dass unser unfairer, übermäßiger, umweltzerstörender (Primär-)Rohstoffverbrauch verringert werden muss und dafür braucht es klare Regeln und verbindliche Reduktionsziele.

Und darüber hinaus gibt es spannende Initiativen und Ansätze: Das im Workshop vertretene Team des Start-up Unternehmens Nager IT, hat es sich in den Kopf gesetzt, eine faire Computermaus herzustellen und recherchiert dafür penibel die Lieferketten jedes Kondensators, jedes Drahtstücks und Kunststoffteils und versucht Verbesserungen zu erreichen. Auch wenn es sich um ein kleines Nischenprodukt handelt, die Richtung stimmt: faire Arbeitsbedingungen und Minimierung des ökologischen Fußabdrucks in der Produktion, Transparenz in den Lieferketten, ein langlebiges, reparierbares und recyclingfähiges Produkt.

Derartige Bemühungen müssen verbindlich für die gesamte Branche werden, so ein Resümee des Workshops:

  • Verteidigung der Rechte und Entwicklungschancen jener Menschen, die vom Rohstoffraubbau betroffen sind.
  • Es braucht faire Bergbaugesetze und Handelsbeziehungen.
  • Vorschriften für Öko-Design und Kreislaufwirtschaft müssen ambitionierte politische Vorgaben sein.

„Gutes Leben für alle ist eine konkrete Utopie einer Zivilisation, die nicht auf Kosten anderer lebt“, so eine der zentralen Thesen von Andreas Novy zur Eröffnung des dreitägigen Kongresses an der Wirtschaftsuniversität Wien, den die Dreikönigsaktion als Kooperationspartnerin und durch Mitveranstaltung zweier Workshops unterstützte.

Radio Tipp: ö1 Praxis – MI | 15.2.2017 | 16:00 Uhr

Beitrag von Kathpress zum Kongress

 

 

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