Nicaragua: Dream, Believe, Achieve

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Bei einem Workshop für 80 Kinder und Jugendliche der Organisation FUNARTE trägt ein Mädchen ein T-Shirt mit diesem Aufdruck: Dream – Believe – Achieve

„Wie passend“, geht es mir durch den Kopf. Ich besuche FUNARTE hier im Norden von Nicaragua, um deren Arbeit kennen zu lernen. Die Dreikönigsaktion unterstützt FUNARTE nun seit einigen Jahren.

Über zwanzig Jahre nach den freien Wahlen 1990 gilt Nicaragua als eines der ärmsten Länder in der Region. Die Gründe sind vielfältig, innerer und äußerer Natur. Viele Menschen verlassen das Land, weil sie woanders mehr Chancen sehen. So werden teilweise 15-, 16-jährige Jugendliche zu Haushaltsvorständen. Wie zum Beispiel Javier, der erzählt, dass seine Mutter im Ausland lebt, um Geld für die Familie zu verdienen und sein Vater von früh bis spät in einer Tabakfabrik arbeitet. Javier geht noch zur Schule,  kümmert sich davor und danach um seine beiden Schwestern, ist in der Pfarrjugend engagiert und eben auch bei FUNARTE.

In diesem Umfeld ist es nur allzu verständlich, dass  Kinder und Jugendliche einen Raum benötigen, in dem sie sich der Alltagssorgen entledigen können. Dort wo sie in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützt werden, wo sie lernen wie man Konflikte ohne Gewalt löst und vieles mehr –  um später etwas zur positiven Entwicklung ihrer Gesellschaft beitragen zu können. Es geht darum den Kindern und Jugendlichen tragfähige Beziehungen anzubieten, damit sie Orientierung, Gleichberechtigung und Solidarität erleben und lernen können.

FUNARTE hat als pädagogische Methode einen künstlerischen Zugang entwickelt, der den Kindern und Jugendlichen hilft ihre Probleme kreativ zum Ausdruck zu bringen. „Die Kunst ist unser Werkzeug“, bringt  die Programmleiterin von FUNARTE es auf den Punkt. Einmal pro Woche werden alle Kinder und Jugendlichen, vor allem jene aus prekären Familienverhältnissen, eingeladen an Workshops teilzunehmen. Diese folgen dem Motto: Dream – Believe – Achieve.

Am Beginn steht eine Geschichte, die ein bestimmtes Thema, Umweltschutz, Freundschaft, Gleichheit von Mann und Frau, …, aufgreift und je nach Altersstufe den Kindern aufbereitet. Anschließend werden große Bögen Papier und Farben bereitgestellt. 80 junge Menschen malen, was ihnen zur Geschichte einfällt oder was ihnen wichtig ist. Freiwillige von FUNARTE helfen ihnen und besprechen mit ihnen Gefühle, Vorstellungen, Probleme, Schönes.

Durch das freie Zeichnen finden die Kinder und Jugendliche eine Ausdrucksmöglichkeit. Wenn reden schwerfällt, sind Stifte und Papier ein erprobtes Hilfsmittel. Das Ergebnis ist nicht so wichtig – aber ich schaue um mich und sehe Kunstwerk an Kunstwerk gereiht.

Seit über 20 Jahren bietet FUNARTE nicht nur Workshops an, sondern es werden auch Murales, Wandmalereien, durch die Kinder und Jugendliche konzipiert und so wichtige Themen wie soziales Verhalten in der Schule und Gemeinde, Mülltrennung, Tierschutz an die Wände der Stadt gebracht. FUNARTE ist geschätzt. Vor wenigen Jahren hat auch das Bildungsministerium diesen Bildungsansatz ausgezeichnet und FUNARTE gebeten, landesweit Fortbildungen für Lehrer und Lehrerinnen durchzuführen – damit der Schulunterricht durch Kunst bereichert werden kann.

Dream, Believe, Achieve – einige der Teammitglieder sind als Kinder zu FUNARTE gestoßen und haben einen Raum vorgefunden, der ihr Leben positiv verändert hat. Sie bringen sich nun aktiv in ihrer Gemeinde ein und unterstützen ihrerseits wieder Kinder dabei, positive Lernerfahrungen in einem sonst oft tristen Alltag zu erleben.

Jakob Wieser, Geschäftsführer Dreikönigsaktion

 

 

 

 

Nicaragua: Dream, Believe, Achieve

Ein gutes Leben für alle! – und was es mit Handy und Maus zu tun hat

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Herbert Wasserbauer, Koordinator für Anwaltschaft der Dreikönigsaktion, bloggt mit seiner neuen fairen Computermaus von nager-it.de

 

Gedankensplitter zum Kongress an der WU Wien, 9.-11.2.2017

Für einen Kongress an der Wirtschaftsuniversität wurde es mit einem Mal unerwartet konkret und persönlich: „Was ist für dich ein gutes Leben?“ sollten wir zu dritt in drei Minuten diskutieren. Kalt gefragt, hatte ich doch ein paar Elemente parat: Ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft sein, einer sinnstiftende Tätigkeit nachgehen, Reisen können, gestillte Grundbedürfnisse (Essen, Frieden, Sicherheit, ein Dach über dem Kopf), Natur erleben, Spiritualität, mehr Zeit haben…

Und dann die knallharte zweite Frage: Ist dieser Lebensstil verallgemeinerbar? Ist das ein gutes Leben für alle? Ähhhm. Also ein paar Dinge, an denen ich mich abmühe würde ich gern von allen umgesetzt sehen … aber… mit dem Nachtzug kommt man schon (irgendwie) nach Brüssel  aber nach Bukarest dauert es indiskutabel lang, darum zuletzt doch geflogen. Mein Handy funktionierte noch tip-top, aber weil die Software veraltet war und letztlich nichts mehr ging, war unlängst doch ein neues (ok, ein Fairphone!) fällig… die ehrliche Antwort ist wohl trotzdem Nein.

Wie kann nun tatsächlich ein Prozess in Gang kommen, der zu einem guten Leben für alle führt? Nur durch bewussten und kritischen Konsum der/des Einzelnen allein wohl nicht. Es braucht tiefgreifende Veränderungen in unserer Gesellschaft, in unserem Wirtschaftssystem und damit auch eine Politik, die die zentralen Zukunftsfragen konsequent angeht.

Beispiel Konsumelektronik: In unserem Workshop „Energie-und Ressourcenwende“ wurde sehr klar: Unser übermäßiger Verbrauch von Energie und Rohstoffen verunmöglicht derzeit ein gutes Leben in Ländern des Globalen Süden. Haarsträubende Auswirkungen zeitigt etwa der illegale Abbau von Tantal in Bolivien. Es liegt auf der Hand, dass unser unfairer, übermäßiger, umweltzerstörender (Primär-)Rohstoffverbrauch verringert werden muss und dafür braucht es klare Regeln und verbindliche Reduktionsziele.

Und darüber hinaus gibt es spannende Initiativen und Ansätze: Das im Workshop vertretene Team des Start-up Unternehmens Nager IT, hat es sich in den Kopf gesetzt, eine faire Computermaus herzustellen und recherchiert dafür penibel die Lieferketten jedes Kondensators, jedes Drahtstücks und Kunststoffteils und versucht Verbesserungen zu erreichen. Auch wenn es sich um ein kleines Nischenprodukt handelt, die Richtung stimmt: faire Arbeitsbedingungen und Minimierung des ökologischen Fußabdrucks in der Produktion, Transparenz in den Lieferketten, ein langlebiges, reparierbares und recyclingfähiges Produkt.

Derartige Bemühungen müssen verbindlich für die gesamte Branche werden, so ein Resümee des Workshops:

  • Verteidigung der Rechte und Entwicklungschancen jener Menschen, die vom Rohstoffraubbau betroffen sind.
  • Es braucht faire Bergbaugesetze und Handelsbeziehungen.
  • Vorschriften für Öko-Design und Kreislaufwirtschaft müssen ambitionierte politische Vorgaben sein.

„Gutes Leben für alle ist eine konkrete Utopie einer Zivilisation, die nicht auf Kosten anderer lebt“, so eine der zentralen Thesen von Andreas Novy zur Eröffnung des dreitägigen Kongresses an der Wirtschaftsuniversität Wien, den die Dreikönigsaktion als Kooperationspartnerin und durch Mitveranstaltung zweier Workshops unterstützte.

Radio Tipp: ö1 Praxis – MI | 15.2.2017 | 16:00 Uhr

Beitrag von Kathpress zum Kongress

 

 

Ein gutes Leben für alle! – und was es mit Handy und Maus zu tun hat

Sister Mary von Nairobi

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TV Tipp: Kreuz und Quer – Sister Mary Di, 21.02.2017 | 22:35-23:25 | ORF 2

Seit den 1980ern finanziert und begleitet die Dreikönigsaktion Projekte von Sr. Mary Killeen in den Slums von Nairobi. „Kreuz und Quer“ zeigt ein Porträt der „Mutter der Kinder von Mukuru“, Schwester Mary Killeen, die sich der Ärmsten der Armen annimmt. Geboren in einem Vorort Dublin, ließ sie sich vor über 40 Jahren nach Afrika versetzen.

Die kleine Mary wächst in der Nachkriegszeit in einem Vorort Dublins in ärmlichen Verhältnissen auf. Sie ist eines von sieben Kindern. Ihr Weg scheint vorgezeichnet – in einem erzkonservativen, katholischen Umfeld und Elternhaus. Die Schule, die erste große Liebe – vielleicht schon der Partner fürs ganze Leben? Doch diese Perspektive ist für Mary wenig attraktiv. Sie sucht das Abenteuer, wenn auch auf ungewöhnliche Weise: Der Orden „Sisters of Mercy“ bietet ihr eine Chance, das traditionsverhaftete Irland hinter sich zu lassen. Sie lässt sich nach Afrika versetzen und taucht dort ein, in eine nahezu unüberschaubare Welt der Not und Armut. Hier findet die temperamentvolle Frau ihr neues Zuhause – in den größten Armenvierteln Afrikas. Jenen von Nairobi. Das ist nun vierzig Jahre her. Heute gilt die mittlerweile 72 jährige als „Mutter der Kinder von Mukuru“. 800.000 Menschen leben in diesem – neben Kibera – größten Slum Nairobis. Sie gründet Schulen und Berufszentren für die Ärmsten der Armen gibt ihnen damit eine realistische Hoffnung auf ein Leben außerhalb dieser Hölle aus Elend, Gewalt und Verbrechen.

Die Arbeit von Sr. Mary und ihrem Team in den Slums von Nairobi war auch Thema der ORF-Doku „Hilfe unter gutem Stern – im größten Armenviertel Afrikas“. Auf Wunsch senden wir ihnen gerne eine DVD zu: office@dka.at

Sister Mary von Nairobi