Wenig bringt viel: Frühkinderziehung in Bougainville

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Wie wenig Geld für Entwicklung manchmal benötigt wird, zeigt sich in der Diözese Bougainville am Beispiel der wachsenden Bewegung zur Frühkinderziehung: Mit Hilfe der Sternsingergelder wurden vor zwei Jahren drei einwöchige Trainings abgehalten. Es gab weit über 100 Teilnehmer/innen – vor allem Frauen. Nun, so berichten die Verantwortlichen für Bildung im Diözesanbüro, sind in der ganzen Diözese 400 „Early Childhood Centers“ zu finden. Man hatte offenbar einen Nerv getroffen.

Die Diözese Bougainville liegt im Osten von Papua Neuguinea. Ich begleite unseren Länderreferenten, Philipp Bück, dieser Tage hier im Pazifikstaat um jene Initiativen und Organisationen kennenzulernen, die wir durch die Gelder aus den Sternsingerkassen unterstützen. Die Provinz Bougainville besteht aus zwei großen und einigen kleineren Inseln. Hier leben ca. 250.000 Menschen.
Das Bildungssystem im ganzen Land hat mit schlechter Lehrermotivation, schwache Kontrollinstanzen – auch aufgrund der geographischen Herausforderungen – und regelmäßigen Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen zu kämpfen. Kindergärten oder ähnliches gab es bisher nicht. Die Regierung arbeitet an einer Richtlinie.

Wir besuchen den Ort Malasang ein paar Kilometer außerhalb der Hauptstadt Buka. Hortence Kirowa, die Gründerin und Leiterin des dortigen Early Childhood Center, führt uns herum. Stolz berichtet Frau Kirowa über die Erfolge des Kindergartens seit Eröffnung im August 2014: Mittlerweile gibt es drei Klassen für 3- bis 5jährige mit je einer ehrenamtlich tätigen Lehrerin, 30 Schüler/innen besuchen den Unterricht regelmäßig – dieser wird aufbauend auf dem diözesanen Curriculum gestaltet.

Die Kinder können einfache Sätze in Englisch lesen, sodass sich manche Eltern fragen, ob die erste Stufe der Grundschule („elementary“, ab 6 Jahren) überhaupt besucht werden muss oder ob die Kinder nicht gleich in die nächste Stufe einsteigen sollten („primary“, ab ca. 10 Jahren).
Die Eltern beteiligen sich am Schulmanagement über ein Leitungsgremium und schätzen es, dass die Kinder einen Ort haben an dem sie am Vormittag gerne hingehen. Der Jahresbeitrag beläuft sich auf ca. 2 Euro pro Kind.
Alle drei Klassenräume, regensichere Holzbauten, wurden durch das Engagement von Frau Kirowa und einigen anderen engagierten Gemeindemitgliedern errichtet.

IMG_9739a.jpgDie Räume sind voll mit Zeichnungen der Kinder und selbst gezeichneten Lernbildern vom Alphabet, über die 10 Gebote, hin zu Zahlen und Tieren.

 

 

Dieses Early Childhood Center gehört sicherlich zu den Vorzeigeschulen unter den 400 selbst organisierten Einrichtungen in der Provinz Bougainville. Es zeigt sich wie sehr die richtige Unterstützung vieles bewirken kann. Die Diözese ist nun gefordert das enorme ehrenamtliche Engagement im gesamten Gebiet zu fördern. Wir warten noch, ob sie dazu Unterstützung von der Dreikönigsaktion beantragen.

Jakob Wieser
jakob.wieser[at]dka.at

 

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Das selbstorganisierte Early Childhood Center in Malasang, von Bäumen umgeben. Die Kinder werden am Ende des Schultages gerade abgeholt.

 

 

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