Paris Tag 1: „I’ve been very hopeful so far…“´

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Der UN-Klimagipfel neigt sich dieser Tage dem Ende zu. Wir sind nicht beim offiziellen Teil dabei. Wir treffen, besprechen und vernetzen uns abseits der Staatschefs. Wir, das ist die Zivilgesellschaft – NGOs, Glaubensgemeinschaften, Engagierte aus dem globalen Süden, dem reichen Norden, dem Osten und dem Westen. Wir, ein weltweites Netzwerk verschiedenster Gruppierungen, kämpfen für ein gerechtes Abkommen.

Dieses muss zumindest verbindlich für alle Staaten sein, den Ausstoß von Treibhausgasen massiv reduzieren (Wir sprechen von einer Reduktion um 90 % bis 2050 im Vergleich zu 1990 für EU-Staaten) UND es muss die unterschiedlichen Möglichkeiten der verschiedenen Länder anerkennen.

Ich bin nach Paris aufgebrochen zur Vernetzung mit Partnerorganisationen. Im Zug hörte ich nach langer Zeit wieder einmal das Musical „Jesus Christ Superstar“. Seine Anhänger singen darin, als er verhaftet wird, dass sie bis dato gehofft hatten, dass es nicht so weit kommen würde.

Was tut sich in Paris?

Im Kulturzentrum 104 im nördlicheren Teil der Stadt werden hunderte Workshops, Diskussionen, etc für all die Aktivisten/innen angeboten, die für ein gerechtes Klimaabkommen nach Paris gekommen sind. So auch Samantha Hargreaves von Women in Mining (Südafrika) und Pablo Solon (Bolivien). Sie sprechen beide bei einer Diskussionsrunde gegen überbordenden Extraktivismus – also der umwelt- und menschenfeindliche Abbau von immer mehr Rohstoffen.

Gerade beim Kohleabbau ist das eine sehr relevante Frage für das Weltklima. Aber vor allem auch für die Gesundheit der Minschen rund um die Mine: Damit nicht noch mehr Minen Trinkwasserquellen in der ganzen Welt verschmutzen und damit immer mehr Menschen Lebensgrundlagen entziehen, skizziert Pablo folgenden, visionären Weg:

  1. Die Menschheit hat ihren Lebensstil in Einklang mit der Natur zu bringen
  2. Dazu sind neue Beziehungen notwendig – vor allem jene zwischen Bürger/innen und dem Staat. Die Staatsmacht ist zu denzentralisieren
  3. Im Zentrum jeder Anstrengung müssen die Gemeinden und Gemeinschaften stehen und dabei besonders Frauen
  4. Es benötigt dafür positive Beispiele: zB Gemeinden in Deutschland und Österreich, die Solarpanele errichten und dadurch nicht nur Energiekonsumenten/innen werden sondern diese auch produzieren.

Die Diskussion endet mit vielen positiven Beispielen und mit der Aufforderung: es ist noch viel zu tun. Es herrscht ein bisschen so etwas wie Aufbruchsstimmung: Bei allen Schwierigkeiten – Wir schaffen das.

Doch dann zurück in der Unterkunft. Die Gesichter sind lang bei den Delegationsmitgliedern, die im Konferenzzentrum mitverhandeln. Der Vertragstext wird zusehends schlechter: von einer Dekarbonisierung wird nicht einmal mehr gesprochen. Die Liedstelle „I’ve been very hopefull so far…“ fällt mir wieder ein. Mehr dazu im nächsten Beitrag.

jakob.wieser@dka.at, derzeit Paris

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Paris Tag 2: Good COP, Bad COP?

 

 

 

 

 

 

 

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2 Gedanken zu “Paris Tag 1: „I’ve been very hopeful so far…“´

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